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Ostseeumrundung 2005 und Camptour Silvester 2003 in Schweden

Endlich sind die letzten weißen Flecken auf meiner Europakarte getilgt (außer Bulgarien, Balkan und Irland). Wir wollten eigentlich lediglich Norwegen komplett besuchen, waren jedoch nach 4 Tagen derart abgenervt, das wir erst nach Lappland in Schweden flüchteten und dann gleich noch Finnland komplett, sowie Estland, Lettland, Litauen und Polen durchquerten. Damit war der Europaklassiker schlechthin, die Ostseeumrundung mit 6000 km dann erledigt. Eigentlich wollte ich das mit dem Motorrad machen, aber was solls ;-)

Finnland und Helsinki hat uns neben dem Samland am Besten gefallen. Leider den Mücken im August auch, aber wir haben es, wenn auch knapp, überlebt. Aber es juuuuuckt... Besonders die komplette Artdeco und Belle Epoque Architektur Helsinkis war absolut grandios, abgesehen vom 2 Sterne Michelin Restaurant “Havis” ;-)

Norwegen war scheußlich. Diese Meinung teilt vermutlich niemand mit uns, aber es gibt durchaus stichhaltige Grüne dafür:

Der August ist ein mieser Monat dort, es ist extrem überlaufen und voll.

Autofahren nervt dort extrem. Man fährt immer nur 60 km/h auf der “Autobahn” und muss dafür auch noch heftigst zahlen.

Es gibt KEINE, aber auch nicht die geringste Chance, dort unbefestigte Nebenstraßen zu fahren. Es gibt no weniger Gelegenheiten, dort Wild zu campen, höchstens direkt in Orten oder an der Autobahn. Es war einfach grauenhaft. Trotzdem war die Landschaft natürlich grandios. Leider hat man kaum Gelegenheit, sie ungestört zu geniessen. Wir hatte einige äußerst unfreundliche Erlebnisse mit Leuten, die das “Jedermannsrecht” nicht kannten oder kennen wollten. Auf so eine beschissene faschistische Art bin ich in meinem ganzen Leben noch nie irgendwo auf der Welt behandelt worden, wie dort. DAS gab dann endgültig den Grund, sofort abzureisen.

Das Ganze Land besteht aus Bauernhöfen und in Gülle erstickenden Äckern, die wahrhaft zum Himmel stanken. Es gab praktisch keine Infrastruktur, keine Restaurants, keine Kioske, praktisch keinen Alkohol, keine Zigaretten und wenig Rauchgelegenheiten. Die Städte waren eher Touristenattraktionen für Rentner in Hymermobilen und Museen usw. usf.

An jeder Ecke standen Radarfallen. Die negativ Liste läßt sich beliebig verlängern.

Positiv waren einige sehr angenehme und saubere Camp Grounds, wenn auch meist an stark befahrenen Straßen, die wir eigentlich meiden wollten. Weiter waren unsere Wanderungen im Hochland absolut großartig, weil wir endlich allein waren.

Aber letztlich hat es uns beiden extremes Mißbehagen dort verursacht. Schade, wir planten eigentlich nach Oslo oder Bergen für einige Jahre arbeiten zu gehen. Das hat sich erledigt.

Ich weiß, alle Welt versteht das jetzt nicht und findet Norwegen ganz toll. Ich fands trotzdem ziemlich scheiße. Was solls. Einige Fotos haben wir trotzdem gemacht ;-)

Silvestercamping in Schweden

Wer hat nicht manchmal den Drang, gerade zu Standardfeiertagen wie Karneval, Weihnachten oder Silvester weit weit weg von all der verordneten Fröhlichkeit, Besinnlichkeit oder Feiertagsdepression zu sein.

Für gewöhnlich haben Millionen anderer ähnliche Wünsche und setzen sie leider auch oft um...
Aus diesem Grund war es unmöglich, irgendwo einen sonnigen, ruhigen Sandstrand ganz allein für sich zu haben, ohne sehr viel Aufwand und Geld für eine relativ kurze Zeit zu investieren.
Was lag also näher, als in den Norden zu fahren?
Dort ist es kalt, dunkel, kurze Tage, lange Nächte, dünn besiedelt und jede Menge Raum. Garantiert viel Platz und keine anderen Urlauber.

Eigentlich also unser Idealziel. Zwar zieht es uns im Winter eher in die wärmeren Regionen, aber Silvester mit dem Landy in Schweden zu Campen hatte durchaus seinen Reiz. Im übrigens hatten wir eh vor, unser Kalahari Tropen-Dachzelt auf Wintertauglichkeit zu testen. Das Thermotop hatte Janet dazu extra umgenäht, weil bei starker Feuchtigkeit und grosser Kälte bei aufgelegtem Thermotop immer geradezu in Kondenswasser ersoffen sind. Seitdem ist das Problem auch tatsächlich behoben und es wird auch längst nicht mehr so heiss und stickig im Zelt.

Also packte ich das Dachzelt auf den Trekker und wir starteten zu einer Silvesterfeier nach Stockholm. Auf dem Weg dahin wollten wir auch noch Peter Öjerskog von der Sweden Offroad Tour in Karlskrona besuchen. Wir verabredeten uns also mal wieder via Web. Wir hofften, die Taiga und die Samen im Norden trotz des vielen Schnees zu erreichen.
Letztendlich reichten 10 Tage dazu allerdings bei weitem nicht aus, auch nur in die Nähe des echten Nordens zu kommen.
Trotzdem waren es einige sehr schöne, wenn auch dunkle und kalte Tage. Und das Silvesterfeuerwerk in Stockholm ist nicht umsonst Weltberühmt!

Auf den beiden folgenden Fotoseiten könnt Ihr Euch also davon überzeugen, das wir tatsächlich da waren.

Zwar sind die Fotos nicht gerade Weltbewegend (Digitalameras bei Minusgraden und Dunkelheit sind doch noch nicht das Höchste der Gefühle und Licht und Wetter waren wirklich extrem mies, aber einige ganz schöne Bilder sind vielleicht trotzdem dabei.
Also schaut ruhig rein, die Ladezeiten sind äußerst gering.

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