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Egypt Arab Desert Mountainbike Tour

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Von dieser Tour gibt es nicht viele und auch keine guten Fotos. Trotzdem sind einige zu sehen. Die ganze Reise war ohnehin recht krass. Wer ist schon spo dämlich und radelt im Sommer mit dem Fahrrad bei 50°C und ohne Schatten 500 km durch die arabische Wüste.

Naja, ich werd das gewiss nicht noch einmal tun. Aber eine Erfahrung war es sicher wert. Ich hatte recht wenig Gepäck dabei und noch weniger Platz für Wasser. Ganze 10 l konnte ich mitnehmen... Hätte es nicht alle 50km eine Pumpstation oder Wasserstelle gegeben, wär ich jetzt sicher nicht mehr hier um darüber zu schreiben. Ich trank pr oTag locker meine 15-25 l Wasser ohne auch nur einmal pinkeln zu müssen. Die Temperatur war so hoch, das Pausen nicht möglich waren, weil die kühlung durch den Fahrtwind entviel und sowieso nirgends auch nur ein Hauch von Schatten war.

Meine 10l reichten immer nur für 50km von einer Pumpe zur nächsten. Dort stand dann meist eine große Amphore mit grauenhaft schmeckenden desinfizierten Wasser. Aber ich war immer glücklich darüber...
Meist war auch noch ein “Ingenieur” an der Pumpe wohnhaft, der mich dann abends nett bekochte und zwang, auf seinem Feldbett zu schlafen, während er auf dem blanken Boden schlief. Morgens wuschen wir uns dann gemeinsam die Füße und Hände, er betete gen Mekka und ich machte daneben Tai-Chi Übungen. Es war schon recht schräg teilweise. Noch dazu wo keinerlei wirkliche Verständigung möglich war. Trotzdem unterhielten wir uns über den Sternenhimmel, Religion, das Essen, Deutschland usw. Irgendwie versteht mensch sich immer, auch ohne Worte.

Ich habe die ganze Zeit immer mit und von den Einheimischen gegessen. Meist mit blanker schmutziger rechter Hand. NIEMALS bekam ich Probleme. Immer nur dann, wenn ich ein Hotel besuchte (Assuan, Luxor, Safaga) bekam ich SOFORT heftigen Durchfall. Soviel also zur Hygiene! Die Einheimischen und Touristen warnten mich immer vor dem Wasser an öffentlichen Entnahmestellen. Trotzdem bekam es mir besser als die Hotelnahrung...

Die Menschen waren extrem nett, aber oft auch extrem zudringlich. Gerade direkt am Nil leben 50 Millionen Ägypter und teils grauenhaften Umständen. Da ich bei der Hitze gezwungen war, spätestens alle 30 Minuten, oft auch eher, eine 0,5l Trinkpause zu machen, war ich sofort immer von 100derten zerrenden zupfenden Menschen umgeben, die alle irgendwas von mir haben wollten. Irgendwann war ich auch zu müde zum Winken, denn dies muss eigentlich ununterrochen gemacht werden. Oft bekam ich aber auch heißen süßen Tee von völlig fremden und verwahrlosten armen Menschen geschenkt. Teilweise war es geradezu irwitzig zu sehen, wo die Menschen herkamen. Die meisten lebten in Erdhöhlen am Ufer des Nils. Im Wasser trieben tote Büffel und Krokodile. Es war unglaublich heiß, staubig und stank zum Himmel, obwohl ich fast die ganze Tour über sehr heftigen Gegenwind hatte.

Nur in der Wüste hatte ich halbwegs Ruhe. Oft radelte ich Nachts, was extrem Lebensgefährlich ist, da die Ägypter nachts unbeleuchtet fahren und erst dann hupen und voll aufblenden, wenn Sie einen eventuell gesehen haben. Das passiert allerdings erst, nachdem man in den Graben ausgewichen ist oder schlafenderweise auf dem Rad von einer lauten Hupe direkt neben einem überrascht wird und dann vom Rad fällt...

Der Steinschlag ist auch nicht zu verachten, da die Geschwindigkeit nie gedrosselt wird, denn der Schwächere (also ich) gibt ja nach. Es war sehr entnervend und sehr gefährlich. Oft wurde ich von der straße abgedrängt oder fast überfahren. Nebenstrecken waren leider mit Gepäck bei der Hitze nicht zu fahren, noch dazu wo die arabische Wüste vom 6Tage Krieg stark vermint ist.

Oft wurde ich von Militärs und MG Stellungen aufgehalten. Aber alle ließen mich mehr oder weniger unbehelligt durch. Vermutlich hielten sie mich für völlig irre (auf dem Gepäckträger hatte ich auch noch Taucherflossen von meiner einwöchigen Pause in Sharm el sheik, Hurgada und Safaga)...

Meine vielfältigen und meist recht krassen Begebenheiten mit Straßenarbeitern, Baggerfahren, Minenarbeitern, Militärs und Touristenbusfahrer sowie Schleppern könnten ein ganzes Buch füllen.

Aber Luxor, Karnac, Assuan, Tal der Könige und Königinnen waren trotzdem phänomenal. Meist wurde der bekloppte Radfahrer von schrillen dicken und zigarrerauchenden Amerikanern oder plappernden Japanern öfter fotografiert, als die sehenswürdigkeiten. Ich sah aber auch recht schlimm aus nach einigen Wochen ohne Wäsche usw.

Irgendwann gewöhnte ich mir an, Steine auf Touristenbusse zu werfen, wenn ie wiedereinmal im Schritttempo neben mir herfuhren und mit ihren Videokameras aus den Fenstern über mich herfielen. Wüste beschimpfungen wirkten auch recht gut.

Bei den einheimischen machte ichs irgendwann etwas anders: Immer wenn mich einer befingert und an mir rumzerrte, mein Rad haben wollte oder meine ;Mütze oder mein Hemd machte ich dasselbe wie er Nahm ihm das Werkzeug weg oder stieg in seinen Bus oder ähnliches.

Manch wilde Situation wurde dadurch regelmäßig durch allgemeine Lacher entschärft. Na, besonders witzig war es eigentlich nie, aber auch nicht übermäßig gefährlich, denke ich. Lediglich einmal, nachdem mich ein betügerischer Schlepper in ein Freudenhaus geluchst hatte und ich dort dann den Laden freihalten sollte wurde es richtig unangenehm. Aber man lernt nur draus.

JEdenfalls hat man als Deutscher recht gute Karten. Oft wurde ich Anfangs für einen Amerikaner gehalten und die sind dort WIRKLICH SEHR unbeliebt!!! Aber das liess sich zumindest immer recht leicht richtigstellen.

Nun ja, wie gesagt, es war keine große Freude und sehr extrem, ich würde es nie wieder tun, aber ich möchte es auch nicht missen. Weiterempfehlen kann ich es nur bedingt! Nun aber zu den Fotos, die leider mit einer leichten billigen Kamera geschossen wurden... Entsprechend ist die Qualität... Die Bilder vom Tal der Könige, und Assuan sind leider verloren gegangen, weil ich irgendwann keine Geschenke mehr machen konnte. Selbst Taucherflossen, Tauchermesser und meine Karte habe ich neben 100derten Feuerzeugen und Fotos verschenkt, um den vielen gastfreundlichen Menschen die mir mitten in der Wüste Unterkunft, Wasser und Nahrung gaben, ein kleines Gastgeschenk zu machen.

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