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Kambodscha hat Jahrzehnte von Diktatur und Terror hinter sich gebracht. Inzwischen kann es relativ problemlos bereist werden. Als Pauschaltourist braucht man allerdings eine sehr dicke Brieftasche, um einige Tage dort zu verbringen. Außerdem ist man mehr oder weniger gezwungen, in Siem Reap zu bleiben und man ist auch ansonsten sehr eingeschränkt in der Bewegungsfreiheit. Fahrzeuge selber Mieten darf man eigentlich nicht, ein Taxifahrer, der Fest für die Zeit des Aufenthaltes gebucht wird, ist sehr sinnvoll. Ansonsten sind Probleme beim besuchen der weit verteilten Tempel vorprogrammiert und das ist in der Regel nervig und teuer. Kambodscha ist extrem arm. Die Menschen haben durch die roten Khmer größtes Leid erfahren. Und das sitzt noch heute tief. In fast jedem größeren Ort gibt es ein Killing Field und die Schädelberge der Opfer (als Denkmal) zu sehen.
Als Tourist ist man vergleichsweise reich und wird entsprechend zur Kasse gebeten. Allein der Eintritt für einen Tag in Angkor Wat kostet pro Kopf 20 Dollar (man kann locker zwei Wochen dort mit Tempelbesuchen verbringen). Auch Hotel und Taxi sind im Vergleich zu Thailand ziemlich teuer. Aber andererseits ist auch die Restauration und Pflege dieser unfassbaren Tempelanlagen mehr als aufwändig. Die vier Tage Kambodscha kosteten, zusammen mit dem teuren Flug von Bangkok nach Siem Reap mehr, als 16 Tage Thailand (inklusive Fähren, Mietwagen, Hotelzimmern, Flug etc.).
Leider ist es unmöglich, auf eigene Faust loszugehen. Besonders außerhalb Angkors ist es überall in Kambodscha wegen der Millionen Landminen reines Glücksspiel, die Wege zu verlassen. Die Temperatur war mit 43°C extrem hoch und so auch die Luftfeuchtigkeit. Etwas heisseres haben wir nie erlebt. Die steinernen Tempel mit ihren kilometerlangen Wegen tun ein übrigens, einen Nordeuropäer fertig zu machen. Aber dafür gibt es überall quirlige Wasserverkäufer und Ananasverkäuferinnen. Und die Ananas ist wirklich gut, im vergleich zu dem Zeug, was es in Deutschland zu kaufen gibt (gilt erst recht für Mangos, unbedingt probieren!!!).
Die Tempelanlagen selber sind absolut unglaublich. Selbst die Pyramiden verblassen m.A. nach dagegen. Der Zustand ist teils noch recht gut, aber viele Plünderungen über die letzten Jahrzehnte haben doch viel zerstört (besonders die Reliefplatten auf den Bauwerken sind nahezu alle inzwischen abgetragen). Trotzdem: Es ist unvergleichlich und sehr beeindruckend, in welch wahnwitziger Detailtreue diese Tempel in unglaublich kurzer Zeit (von 800-1400 A.D.) gebaut worden sind. Allein die Kilometerlangen unwahrscheinlich komplexen Steinreliefs sind in diesem Zusammenhang zu nennen (Angkor Wat). Mir persönlich hat Ta Prohm am Besten gefallen, da die Tempelanlagen dort zwar freigelegt wurden, aber nicht alle Pflanzen (Urwaldriesen) gefällt wurden. Dadurch ist ein märchenhaftes Ambiente dort anzutreffen. Ich habe dort sehr viele Fotos gemacht, die die Stimmung vielleicht ein wenig wiedergeben. Leider ist alles grau in grau, da die Steine längst ihre Bemalung eingebüsst haben. Trotzdem ist die Perfektion und der Detailreichtum wunderbar...
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